Elektrische Transporter werden häufig empfohlen und ebenso häufig überschätzt. Ob sie sich für Ihren Betrieb rechnen, hängt an vier konkreten Punkten — nicht an der allgemeinen Marktentwicklung.
1. Wo wird geladen?
Die entscheidende Frage. Ein Transporter, der abends am Betriebshof steht und dort über Nacht lädt, fährt zu Energiekosten von etwa 6 bis 8 Euro je 100 Kilometer. Muss dagegen unterwegs an öffentlichen Schnellladern geladen werden, liegen die Kosten schnell beim Doppelten — und die Standzeit kostet Arbeitszeit.
2. Wie sehen die Routen aus?
Feste Stadtrouten mit 80 bis 150 Kilometern am Tag sind der ideale Fall: Die Reichweite reicht sicher, Rekuperation im Stop-and-Go senkt den Verbrauch, und abends wird geladen. Wechselnde Ziele im Umland mit 250 Kilometern und mehr bringen dagegen Planungsaufwand, den viele Betriebe unterschätzen.
3. Was passiert mit der Nutzlast?
Die Batterie wiegt mehrere hundert Kilogramm. Bei gleichem zulässigem Gesamtgewicht bedeutet das weniger Zuladung. Für Gewerke mit leichtem Material — Elektro, Sanitär, Service — meist unproblematisch. Für Trockenbau oder Fliesenleger kann es der Ausschlussgrund sein.
Für bestimmte Elektrofahrzeuge gibt es Ausnahmeregelungen beim zulässigen Gesamtgewicht, die einen Teil des Batteriegewichts ausgleichen. Wir erklären Ihnen, was aktuell gilt und was das für den Führerschein Ihrer Fahrer bedeutet.
4. Wie wichtig ist Zugangssicherheit?
Umweltzonen und mögliche künftige Beschränkungen betreffen Elektrofahrzeuge nicht. Für Betriebe, deren Geschäftsmodell auf Innenstadtzugang beruht, ist das ein strategisches Argument, das über die reine Kostenrechnung hinausgeht.
Eine grobe Rechnung
Bei 25.000 Kilometern jährlich und Laden am Betriebshof sparen Sie gegenüber einem Diesel etwa 1.800 bis 2.500 Euro Energiekosten pro Jahr. Dazu kommen geringere Wartungskosten. Dem steht ein höherer Anschaffungspreis gegenüber — je nach Modell und Förderlage amortisiert sich das nach drei bis fünf Jahren.
Der pragmatische Weg
Viele Betriebe fahren gemischt: ein Elektrofahrzeug für feste Stadtrouten, Diesel für alles andere. Das reduziert das Risiko und liefert Erfahrungswerte für die nächste Beschaffung. Wir rechnen Ihnen beide Varianten mit Ihren tatsächlichen Routen durch.